Gewinner: Clinton/McCain
Ganz Amerika ist vom Mainstream besetzt. Ganz Amerika? Nein, ein kleiner Bergstaat im Nordosten wagt es, dem angepassten Leben Widerstand zu leisten. Seine Bewohner sind Bauern und Holzfäller, moderate Arbeiter und liberale Künstler, die ihre Heimat „The Granite State“ nennen und „Live Free Or Die“ auf ihre Nummernschilder schreiben. Und das Leben ist nicht leicht für die Kandidaten, die mit ihren Legionen von Wahlkampfhelfern in die Mehrzweckhallen und coffee shops der Nation einfallen.
Die Einwohner New Hampshires sind dafür bekannt, dass sie sich mit Hingabe gegen aktuelle Trends stellen. Sie bringen regelmäßig die Favoriten beider Parteien zu Fall und geben so dem Wahlkampf von Anfang an eine andere Richtung. Mit ihren Stimmen geben sie oft politischen Underdogs den berühmten Schwung, der in den folgenden Wochen die Wähler in den übrigen Staaten maßgeblich beeinflusst (das sogenannte momentum).
McCain siegt hier konsequenterweise als liberalster Republikaner knapp vor Mitt Romney, der als Gouverneur des Nachbarstaats Massachusetts auch in New Hampshire populär wurde. Dahinter landen Huckabee und Paul mit einstelligen Ergebnissen sowie Giuliani, der noch immer keinen einzigen Delegierten auf seiner Seite hat. Für ihn wird es langsam brenzlig.
Bei den Demokraten gewinnt diesmal (prozentual) Hillary Clinton. Und das ist auch gut so, sagen die Analysten – denn eine weitere unerwartete Niederlage hätte Obama das gefürchtete momentum verschafft, dass vor vier Jahren John Kerry uneinholbar zur Nominierung katapultierte. Die Demokraten in New Hampshire verteilen jedoch die Delegiertenstimmen nicht nach dem Prozentsatz der gewonnenen Wahlbezirke, sondern nach der Mehrheit der tatsächlich abgegebenen Stimmen. Somit hat in Wirklichkeit Obama, wenn auch hauchdünn, wieder die Nase vorn und bekommt einen Delegierten mehr.




