Gewinner: Clinton/Romney
Michigan ist geteilt. Nicht nur meinungsmäßig, auch geographisch. Der Staat im Mittelwesten besteht aus zwei echten Halbinseln in den Great Lakes und besitzt damit die längste Seeuferlinie der Welt. Und die Unterschiede gehen noch weiter: Die Lower Peninsula gehört als Heimat der Automobilindustrie seit Jahrzehnten zu den größten Umweltverschmutzern der Gegend und beherbergt eine urbane Katastrophe namens Detroit. Die Upper Peninsula gilt dagegen als Touristenmagnet und zieht neben vor allem Ruhe suchende Bewohner des Dirty South an.
Mitt Romney profiliert sich hier als erfolgreicher Unternehmer, der weiß, wie man ökonomische Anreize setzt und den abgestürzten Haushalt saniert. Er kultiviert hier außerdem sein Image als Privatmann und Outsider, der als einziger glaubwürdig den Kampf gegen den Washingtoner Lobbyistensumpf aufnehmen und gewinnen kann. Dabei hat er es gerade hier, meint man, nicht wirklich nötig: er wuchs in Michigan auf und kennt die Bevölkerung wie kein Zweiter. Hier war schon sein Vater George W. (!) Romney von 1963 bis 1969 Gouverneur. Ein Heimspiel, sollte man meinen. Trotzdem gewinnt er mit nur 9 Prozent Vorsprung vor John McCain und Mike Huckabee. Ron Paul und Fred Thompson landen ebenso im einstelligen Bereich wie Rudy Giuliani, für den es langsam ernst wird.
Hillary Clinton gewinnt Michigan – hat jedoch leider schon wieder nichts davon. Da der Staat Michigan sich erdreistet hat, ohne Rücksprache mit der National Convention seinen Vorwahlkampf um Wochen nach vorne zu verlegen, wurden ihm kurzerhand die Delegiertenstimmen entzogen. Barack Obama und John Edwards haben sich daher gar nicht erst aufstellen lassen.




