Januar 29, 2008...3:54

Vorwahlen: Aus für Giuliani und Edwards

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Gewinner: Clinton/McCain

Florida ist ein Krimi-Staat: hier verlor im Jahr 2000 Al Gore nach dramatischen Wochen die Wahl gegen George W. Bush, obwohl er national die meisten Stimmen gesammelt hatte. 537 Stimmen mehr im Staat Florida verschafften Bush die heiß begehrten 27 Wahlmänner, die ihn zu einem hauchdünnen Sieg trugen.

Schuld an der chaotischen Situation waren die eigenwilligen Abstimmungsgeräte im Staat: Zettel und Bleistift wurden hier ganz im Sinn der convenience durch technische Geräte ersetzt. Heraus kamen Lochmaschinen mit missverständlicher Beschriftung und berührungsresistente Touchscreens, die die wenigen aufrechten Floridians, die überhaupt erschienen, zur Weißglut trieben.

In Florida rivalisieren seit jeher zwei Wählergruppen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: zum einen sind da die konservativen reichen Rentner aus dem zugigen Mittelwesten, die sich hier in Scharen zur Ruhe setzen und von der derzeitigen Regierung kräftig mit Steuergeschenken füttern lassen. Sie ärgern sich über die vielen jungen Latinos, die ins Land kommen, nur Spanisch sprechen, katholische Kirchen bauen und rotzfrech die Demokraten wählen.

Florida ist ein klassischer swing state, vielleicht der wichtigste überhaupt, und es ist gut möglich, dass hier die Entscheidung über den neuen Präsidenten fällt.

Hillary Clinton (50%) kommt bei den Latinos an. Sie siegt klar über Barack Obama (33%) und John Edwards (14%), der mit ziemlicher Sicherheit das Handtuch werfen wird. Allerdings ist sie auch hier nur die moralische Gewinnerin: wie Michigan hat Florida seine Vorwahlen ohne Absprachen vorgezogen und verliert damit Delegiertenstimmen, die Hillary weit vorangebracht hätten.  

Auch die Republikaner werden reduziert: Rudy Giuliani, der mit seinem Wohnmobil zwei Wochen lang wie ein Besessener durch Florida gefahren ist und Tausenden von Wählern sein bestes Haifischlächeln gezeigt hat, wird Dritter. Die großspurig angekündigte „Abräumaktion“ scheitert grandios, der ehemalige Favorit scheidet mit insgesamt null Delegiertenstimmen aus dem Rennen aus.

Auch Mitt Romney hat einen taktischen Fehler begangen: er hat zum ersten Mal Beständigkeit bewiesen, indem er den Floridians das gleiche erzählt hat wie den Wählern in seiner Heimat Michigan. Allerdings machen sich Themen wie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Investitionen in Industriestandorte nicht gut in einem Staat, in dem die Hälfte der konservativen Wähler Rentner sind und die andere Hälfte in einem der 89 Vergnügungsparks ihre Dollars aus der Gondel wirft. 

John McCain gewinnt in Florida, schnappt sich alle 57 Delegiertenstimmen (winner-takes-all) und landet direkt auf Platz eins. Das hat keiner erwartet – der Außenseiter hat sich mit seinem straight talk gegen die Süßholzraspler und Selbstdarsteller durchgesetzt. Für McCain ist das die denkbar beste Ausgangslage, um in den Super Tuesday am 5. Februar zu starten und eine echte Chance auf das berüchtigte momentum.

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